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Ein Blümchen vom Boden hervor

war früh gesprosset in lieblichem Flor.
Da kam ein Bienchen und naschte fein
die müssen wohl beide füreinander sein.
Johann Wolfgang von Goethe

Bienenwachs

Das Bienenwachs ist neben Honig und Propolis eines der bedeutendsten Bienenprodukte. Die Verwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Bienenwachs war seit alters her ein begehrter Rohstoff für gut brennende Kerzen, weswegen die Bienenhaltung auch besonders von Seiten der Kirche gefördert wurde.

Wie produziert die Biene das Wachs?

Die Wachsdrüsen der Biene liegen auf der Bauchseite des Hinterleibs. Sie sind paarweise an den letzten 4 Hinterleibsschuppen angeordnet. Das Wachs wird in diesen Drüsen erzeugt und durch den Wachsspiegel in die Bauchtasche ausgeschwitzt - dieser Vorgang heißt Wachsschwitzen. Dort erstarrt das Wachs und bildet ein winziges hauchdünnes Plättchen.
Dann nimmt die Biene das Plättchen mit ihrem Hinterbein aus der Bauchtasche und reicht es nach vorne zur ihrem Vorderkiefer. Durch das Kauen wird das Wachs geschmeidig. Dabei fügt die Biene auch bereits etwas Pollenöl hinzu. Von der Baubiene werden die durchgekneteten Wachsbällchen zur Baustelle gebracht und dort angefügt - die Wachszelle entsteht.

Von der Mittelwand zur Honigwabe

Die Mittelwand ist eine dünne Platte aus reinem Bienenwachs mit beidseitiger Vorgabe des Zellmusters, die vom Imker in ein Holzrähmchen eingespannt wird. Die Zellen entsprechen der von den Bienen benötigten Größe und sind leicht herausgearbeitet. Die Wand besteht aus garantiert reinem Bienenwachs, da die Bienen kein gestrecktes Wachs oder anderes Wachs akzeptieren. Sie verleiht der Wabe eine größere Stabilität und ermöglicht so das Schleudern des Honigs. Die Bienen benutzen die Wand als Vorlage und bauen der Prägung gemäß die einzelnen Zellen. Eine so bebaute Mittelwand ist eine Wabe.

Die besonderen Eigenschaften

Bienenwachs ist ein vollständiges Naturprodukt, das ohne chemische Zusätze gereinigt und zu Mittelwänden verarbeitet wird. Es ist ungiftig und ideal zum Basteln für Kinder. Bei Temperaturen über 30°C wird es geschmeidig und damit formbar. Es ist die gleiche Temperatur, die beim Wabenbau im Bienenstock herrscht.
Bei Erwärmung gibt das Wachs seinen unvergleichlichen Duft frei, der durch das von den Bienen produzierte und beigefügte Pollenöl entsteht. Je wärmer das Wachs wird, desto intensiver wird der Duft.

Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten

Das Bienenwachs ist neben Honig und Propolis eines der bedeutendsten Bienenprodukte. Die Verwendungsmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Bienenwachs war seit alters her ein begehrter Rohstoff für gut brennende Kerzen, weswegen die Bienenhaltung auch besonders von Seiten der Kirche gefördert wurde. Auch im Möbelbau, bei der Versiegelung von Holzfußböden, bei der Herstellung von Polituren im Musikinstrumentenbau, in der Kosmetik und nicht zuletzt bei künstlerischen Gestaltungen vielfältigster Art wurde und wird dieser natürliche und typisch duftende Stoff eingesetzt.

Haben Sie es gewusst?

  • Wachs besteht – vereinfacht gesagt - chemisch aus langkettigen und netzartig verbundenen Fettmolekülen (Paraffinen)
  • Bienen „schwitzen“ Wachs in Form von kleinen Plättchen aus ihrem Körper (mit Hilfe der sog.Wachsdrüsen)
  • Ungefähr 1,25 Millionen solcher Plättchen ergeben 1 kg Naturwachs
  • Für eine Zelle benötigen die Bienen ca. 50 Wachsplättchen
  • Die Bauweise der sechseckigen Wabenzellen erlaubt den geringsten Materialaufwand bei maximaler Raumausnutzung, jede Zellwand wird „rundherum“ beidseitig genutzt. Die Dicke der Zellwände beträgt ungefähr 1/3 der Dicke eines Menschenhaares.
  • Der Bau der Waben stellt eine mathematische und ingenieurmäßige Höchstleistung dar. Die Zellen sind das Ergebnis einer mathematischen Grenzwertrechnung – maximales Volumen bei minimalem Materialaufwand und gleichzeitig maximale Festigkeit.
  • Eine Wabe kann ca. 4 kg Honig aufnehmen, dies ist das 50-fach ihres Eigengewichtes.
Quelle: www.honigland.at / www.imkerhof-salzburg.at